Schätzungsweise haben 20 -30 % der Europäer eine Fruktoseunverträglichkeit, weil Fruchtzucker mittlerweile so allgegenwärtig in unserer Nahrung und vor allem in unseren Getränken ist. Er kommt auch in fast allen Fertigprodukten vor.

Produkte aus Fruchtkonzentraten

Man findet ihn auch unter unterschiedlichen Namen: Fructose-Glucose-Sirup, Maissirup, Isoglucose – sind einige der industriellen Formen. Aber schädlich sind ebenfalls Konzentrate aus verschiedenen Früchten.
Die meisten Mütter haben die besten Absichten, wenn sie ihren Kindern Orangensaft zum Frühstück und Apfelsaft zur Jause mitgeben. Dazu noch ein praktisches Fruchtmus für unterwegs, viel einfacher als aufgeschnittenes Obst und hält auch länger. Die Kinder essen das im Gegensatz zu den braun gewordenen Apfelspalten immer schön auf und schon haben sie eine Portion Obst abgehackt. Wir nehmen am Nachmittag einen leckeren Smoothie, nur aus frischem Obst gemacht – kann nur gesund sein! Wir haben mindestens zwei Portionen von den vorgegebenen fünf am Tag hinter uns. Ist es wirklich so?!

Leider erreichen wir das Gegenteil. Diese Produkte enthalten alle in großem Maß konzentrierten Fruchtzucker. Dieser ist sehr gefährlich für den Körper und kann langsam aber sicher große Schäden verursachen. Wir spüren aber auch schon kurzfristig einige der Wirkungen.

Wie funktioniert es?

Nehmen wir mal als Beispiel das meistverkaufte Obst, einen Apfel. Wir essen normalerweise maximal einen Apfel auf einmal, ein Kleinkind vielleicht einen halben. Hier sind alle nötigen Vitamine, Ballaststoffe – die Apfelfasern und Schale, Mineralien, sekundäre Pflanzenstoffe und so weiter, alles in einem kleinen perfekten Paket.

Der Fruchtzucker, den dieser eine Apfel enthält, kann unser Körper mit Hilfe dieser Begleitstoffe, die wir mitessen, schön langsam und vollständig verarbeiten.

Wenn wir diesen Apfel nehmen und daraus Saft pressen, gewinnen wir nur ein Konzentrat daraus. Dieser enthält all den Fruchtzucker des Apfels und vielleicht noch einige Vitamine. Die wertvollsten Inhaltstoffe, die bei der Verwertung helfen würden, fallen alle weg. Die Tiere am Bauernhof, die den Rest als Futter kriegen, sind glücklicher damit, als unser Organismus mit dem zuckrigen Teil.

Für ein Glas Saft brauchen wir aber viel mehr als nur einen Apfel! Als Endprodukt haben wir viel konzentrierten Fruchtzucker und nach industrieller Verarbeitung auch keine Vitamine mehr. Wenn wir dieses Konzentrat aus Fructose trinken (ca. 6 -7 Teelöffel Zucker pro Glas), erleben unser Darm und dann sofort unsere Leber einen Fruchtzucker-Schock und bekommen auch keine Hilfe von Begleitstoffen, die ein Apfel normalerweise enthalten würde.
Was kann die Leber damit anfangen? Sofort in Fett umwandeln, einlagern oder in die Blutbahn schicken, sonst nichts! Mit so viel Fruchtzucker kann unser Körper nichts anfangen. Wir brauchen diesen Stoff überhaupt nicht, auch nicht unser Gehirn. Wir können es ausschließlich einlagern. Und leider auch nicht in unser Unterhaut-Fett, was zwar nicht angenehm, aber ungefährlich wäre, sondern in unser Bauchfett, in unsere Blutgefäße und in unsere inneren Organe – das ist das Höchstgefährliche an Fruktose!

Wir wollen immer mehr!

Dieser Stoff ist aber sehr tricky, je mehr wir davon essen, desto mehr wollen wir. Fructose verursacht kein Sättigungsgefühl, wir werden nur hungriger und wollen noch mehr von dem Zeug! Es ist ein Teufelskreis, der schwer zu unterbrechen ist…

Bitte, lasst also die Finger von jedem Konzentrat aus Früchten und gebt vor allem nichts davon euren Kindern – es hat Suchtpotenzial und schadet dem in Wachstum befindlichen Organismus! Obst und Gemüse in ihrer Originalform ist die beste Lösung und wenn ihr diese regelmäßig den Kindern anbietet, gewöhnen sie sich daran und verlangen auch danach. Beim Fernsehen statt PopCorn und Chips lieber aufgeschnittene Nektarinen, im Auto statt Soletti Apfelspalten, auf dem Spielplatz Karotten- und Gurkensticks oder Weintrauben mit Nüssen usw.

Denkt daran, wenn ihr oder eure Kinder Saft oder Limo trinkt, Smoothies, Fruchtjoghurt, Fruchtmus oder Fertiggerichte mit Glucosesirup „genießt“, überlastet ihr sofort den Körper und sorgt für innere Fettablagerungen.

Euer Geschmackssinn wird sich auch dafür bedanken, wenn ihr konzentrierten Fruchtzucker vermeidet. Ihr werdet andere Speisen viel wohlschmeckender finden, wenn ihr nicht mehr an die extreme Süße von Getränken aus Fruchtzucker gewöhnt seid. Limo, Saft und Co. lassen nur die Süße schmecken, kein anderer Geschmack hat hier eine Chance mehr.

Gesunde Alternativen

Es gibt jedoch zahlreiche bessere Alternativen für zwischendurch, als fertig gekaufte Snacks:

  • Aufgeschnittenes Obst (bei Apfelspalten kann man mit paar Tropfen Zitronensaft verhindern, dass sie braun werden)
  • Natur- oder Kokosjoghurt mit ganzen Früchten und einer Prise Zimt oder wenig Bananenmark
  • Beeren
  • Käsewürfel mit Nüssen und Weitrauben (vorzugsweise mit Kern)
  • Obstsalat mit frischen Früchten samt Schale
  • aufgeschnittene Gurken, Paprika, kleine Tomaten, Karotten und Radieschen – Cocktail (einen Gemüseteller kann man sehr appetitlich gestalten)
  • Topfencreme mit ganzen Früchten und eventuell Mandeln (für wenig Süße können mehrere natürliche Zuckeralternativen sorgen, bei süßeren Früchten aber auch nicht nötig)
  • Wassermelonenspieße (gekühlt schmecken sie wie Meloneneis am Stiel)
  • Karotten, Gurken- und Paprikasticks mit Frischkäse- oder Avocadodip

Diese sind auch neben dem Jausenbrot ideale Jausenbegleiter.

Der Aufwand lohnt sich – mit einigen Minuten mehr tut ihr euch und euren Kindern unendlich Wertvolles und investiert in eine gesunde Zukunft!

Wir sind was wir essen! – darüber könnt ihr hier mehr lesen.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.