Viele von uns greifen zu Süßigkeiten um sich zu belohnen, zu trösten oder zu schneller Energie zu gelangen. Das ist kontraproduktiv, denn uns geht es eher schlechter danach – wie eine neue Studie dies nun auch bewiesen hat.

Belohnung

Das wissen wir alle – Zucker aktiviert unser Belohnungssystem in unserem Gehirn und Dopamin (Hormon, der für unser Vergnügen oder kurzzeitiges Wohlfühlen zuständig ist) wird ausgeschüttet. Deswegen kann ja Zucker zu einer Sucht führen. Auch Drogen, oder Verhaltensweisen wie zB. Glücksspiele oder Shoppen lassen vermehrt Dopamin ausschütten. Das Problem ist, wir brauchen immer mehr von dem Stoff oder von diesen Aktivitäten um dieselbe Dosis des Vergnügens zu spüren. Wir glauben, unsere Laune und unsere Konzentration werden durch den kurzzeitigen Kick verbessert. Darauf basieren auch zucker- und koffeinhaltige Getränke, wie Kaffeemischungen oder Energydrinks. (Siehe auch meinen Beitrag: Energydrinks – verleihen definitiv keine Flügel.)

Glückshormone

Wir erreichen aber genau das Gegenteil. Die Wahrheit ist, Zucker hat keinen Einfluss auf die Stimmung, unabhängig davon, wie viel wir davon essen. Auf unsere Konzentration haben er und leere Kohlenhydrate aber sehr wohl eine Wirkung: wir werden nach einer sehr zuckerhaltigen Speise oder Getränk viel müder und unkonzentrierter.
Dass Zucker also bei Prüfungen oder Herausforderungen hilft oder sogar unsere Laune bessert, ist nur ein weit verbreiteter Mythos.

Ich selbst fühle mich immer sehr schlecht nach einer ungesunden Mahlzeit, sowohl körperlich als auch geistig. Zum Glück habe ich gelernt, dass es mir mit gesunder Ernährung großartig geht und deswegen stellen Fertiggerichte oder mit Zucker gesüßte Speisen die absolute Ausnahme dar, ich vermisse sie überhaupt nicht. Eigentlich kommt es nur vor, wenn wir eingeladen werden. Es ist absolut kein Verzicht, ich genieße jede Mahlzeit und fühle mich danach fit und zufrieden.

Was uns nämlich wirklich glücklich macht, ist nicht Dopamin, sondern das Hormon Serotonin. Denn wahres Glück bedeutet kein kurzzeitiges Vergnügen, sondern ein langfristiges Gefühl von Zufriedenheit und Optimismus. Serotonin kann nicht gebildet werden, wenn wir ständig nach Dopaminausschüttung streben, also uns schlecht ernähren, uns nicht bewegen und im Dauerstress leben.

Serotonin

Wir sind glücklich, wenn unser Hormonhaushalt in Gleichgewicht steht. Dazu gehören auch gelegentliche Dopaminshots, wie eine gelungene Prüfung, Erfolgserlebnisse im Job, frische Liebe und große Ereignisse im Leben. Wenn wir aber dauernd diesem Hochgefühl nachjagen und es durch Zucker, Junkfood, Alkohol usw. verstärken, geraten wir schnell in einen Teufelskreis und kommen anstelle von Glück in eine Negativspirale mit Depression zur Folge.

Derzeit haben die meisten Menschen zu viel an Dopamin und zu wenig Serotonin. Für ein langfristiges Glücksgefühl ist aber die langfristige Produktion von Serotonin nötig.

Wie können wir unseren Serotoninspiegel erhöhen? Durch

  • gesunde Ernährung, damit die nötigen Aminosäuren als Bausteine für die Hormonproduktion bereitgestellt werden
  • regelmäßige Bewegung
  • Entspannung
  • guten Schlaf
  • soziale Kontakte (wahre persönliche Kontakte)
  • sinnvolle sowie sinnstiftende Tätigkeiten und
  • wenig negativen Stress.

In diesem Thema kann ich dir ein sehr gutes Buch empfehlen: Dr Robert Lustig – Brainwashed. Hier erfährst du alles über den Ausgleich in unserer Biochemie und was dafür nötig ist, deine Serotoninproduktion anzukurbeln.

Die Studie

Die Wissenschaftler der Humboldt-Universität Berlin, der Lancaster-Universität und der Warwick-Universität in England verglichen 31 Studien mit fast 1300 Teilnehmern.

Die Psychologen untersuchten zunächst, welche Auswirkungen Zucker auf die Stimmung und speziell auf die Gefühlszustände Depression, Wachsamkeit und Müdigkeit hat. Sie prüften außerdem die Stimmung der Probanden je nachdem, welche Menge und Art sie vom Zucker konsumiert hatten. Zum Schluss werteten sie noch aus, wie Zucker vom Körper verarbeitet wird – ob es einen Unterschied gibt je nach ausgeübter geistiger oder körperlicher Aktivität.

Eine Zusammenfassung der Studie findet ihr unter diesem Link.

Fazit

„Die Vorstellung, dass Zucker die Stimmung verbessern kann, ist in der Populärkultur weit verbreitet, so weit, dass Menschen auf der ganzen Welt zuckerhaltige Getränke trinken um wacher zu werden oder ihre Müdigkeit zu bekämpfen. Unsere Ergebnisse zeigen sehr deutlich, dass solche Annahmen nicht begründet sind – wenn überhaupt, werdet ihr euch durch Zucker schlechter fühlen.“ – kommentierte Konstantinos Mantantzis von der Berliner Universität die Studienergebnisse in einer Pressemitteilung.

Ich hoffe sehr, dass diese Erkenntnisse maßgeblich dazu beitragen, dass niemand mehr glauben kann schnelle Energie durch Zucker zuführen und mit Süßigkeiten Trost oder Belohnung erreichen zu können.

Die beste Methode ist, zu langfristiger Konzentration, Zufriedenheit und Energie zu gelangen, Zucker und leere Kohlenhydrate gänzlich zu vermeiden, dich regelmäßig zu bewegen und auch zu entspannen. Somit erreichst du keine Blutzucker- und somit auch keine Stimmungs- und Leistungsschwankungen. Du kannst dich endgültig von Nachmittagstief, schwerer Müdigkeit, Heißhungerattacken und Depression verabschieden!

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