Wusstet ihr, dass in unserem heutigen Weizen etwa vierzigmal so viel Gluten enthalten ist, wie vor 100 Jahren? Warum züchtet die Landwirtschaft Getreide mit extra hohem Glutenanteil?

Gluten – gut für die Industrie, schlecht für uns

Gluten ist ein Klebereiweiß. Wie der Name schon sagt, sorgt Gluten im Teig fürs „Zusammenkleben“: Wenn Wasser zu Getreidemehl gegeben wird, dann bildet das Gluten beim Anteigen aus dem Mehl eine gummiartige und elastische Masse. Gluten ist also ideal für die Backeigenschaften in der Industrie. Außerdem wird Gluten wegen seiner Eigenschaften auch anderen Produkten beigemengt, wie Soßen, Cremen und Fertiggerichten.

Vergleicht nur die Brote, die unsere Urgroßeltern gebacken haben, mit den luftigen Weißbroten und Semmeln von heute. Sie wurden früher aus Buchweizenmehl oder Roggensauerteig gebacken, waren fester und härter.
Unser Mischbrot oder die Salzstangen von heute enthalten das Vielfache an Gluten. Die Menge ist nicht mehr gesund für unseren Körper. Dazu kommen die versteckten Glutene der Industrieprodukte.

Leider kann unser Organismus mit diesem relativ neuen, sehr ungewöhnlichen Protein nicht fertigwerden. Der Kontakt mit dieser fremden Substanz – und vor allem in dieser Menge – setzt im Körper eine Immunreaktion in Gang. Dies führt zu Entzündungen!

Symptome wie Kopfschmerzen, Migräne, ADHS, Depressionen, Erinnerungslücken, Schlafprobleme neben Verdauungsbeschwerden können auf einer Glutensensitivität beruhen.

Glutengehalt

Hohen Glutengehalt haben Weizen, Dinkel, Kamut, Emmer sowie Einkorn, wobei Dinkel andere, meistens besser verträgliche Glutenarten aufweist. Roggen, Hafer und Gerste besitzen einen weit geringeren Glutenanteil. Getreidearten wie Teff, Hirse, Mais und Reis sowie Pseudogetreide wie Buchweizen, Quinoa und Amarant sind glutenfrei. Buchweizen war früher weit verbreitet, für Palatschinken oder Brot eine ideale Basis.

Was verursachen Zucker und Gluten in unserem Gehirn?

Unsere Zivilisationskrankheiten beruhen vor allem auf Entzündungsprozessen, die unsere Schwachstellen im Körper befallen – Gelenke, Gefäße, Organe, darunter auch unser Gehirn.
Eine kohlenhydratreiche Ernährung kann die Entzündungen in Gang setzen.
Viel eher bemerken wir die Folgen, wenn wir Verdauungsstörungen haben oder Lebensmittelallergien entwickeln. Unser Gehirn leidet hingegen für lange Zeit stumm. Wir haben keine Symptome, erst nach etlichen Jahren merken wir, dass unsere Merk- oder Lernfähigkeiten abnehmen. Wenn dann eine Hirnerkrankung diagnostiziert wird, ist die Schädigung nicht mehr rückgängig zu machen.

Entzündungsprozesse können mit der richtigen Auswahl an Nahrungsmitteln sowie mit regelmäßiger Bewegung unmittelbar beeinflusst werden. Außer Hirnkrankheiten spielen Entzündungen eine direkte Rolle an der Entstehung von Krebs, Diabetes, Herzerkrankungen, Übergewicht und praktisch jeder chronischen Erkrankung der Industrieländer.

Hoher Blutzucker verursacht Gehirnschrumpfung

Das Risiko eines Alzheimers erhöht sich ums Vielfache, wenn man wegen einer ungesunden Lebensweise Typ-2 Diabetes entwickelt. Typisch für Diabetes ist ein erhöhter Blutzuckerspiegel. Hohe Blutzuckerwerte – verursacht von Zucker und einfachen Kohlenhydraten – lassen Gehirnregionen schrumpfen, die für logisches Denken und Gedächtnis zuständig sind. Je höher der Blutzucker, desto stärker schrumpfen diese Bereiche.

Ein gesunder Blutzuckerspiegel (ohne Spitzen und Tiefen, auf einem stetigen normalen Niveau gehalten) ist unbestreitbar von großer Bedeutung für geistige Frische im Alter. Demenz und Alzheimer sind keine altersbedingten Krankheiten! Man kann diesen vorbeugen und das Risiko – auch wenn in der Familie Gehirnerkrankungen in den Genen verankert sind – minimalisieren.

Fett – Supertreibstoff fürs Gehirn

In den letzten Jahrzehnten hat sich unsere Ernährung von fett- und proteinreich in Richtung kohlenhydratreich verändert. Parallel dazu haben sich Gehirnerkrankungen in den letzten 30 Jahren um 68% bei Männern und sogar um 92% bei Frauen in den USA erhöht. Bei uns zeigen sich die Effekte ein wenig später, aber in ähnlichem Tempo.
Gesunde Fette, Vitamine und für unseren Stoffwechsel essenzielle Stoffe fehlen komplett aus unseren Mahlzeiten heute: Fertiggerichte bestehen größtenteils aus Kohlenhydraten, Zucker und mehrfach gesättigten Industriefetten. Gesunde Inhaltsstoffe werden sogar den Rohstoffen entzogen um diese haltbarer und leicht produzierbar zu machen.

Unser Gehirn braucht aber gesunde Fette um funktionieren zu können. Gesunde Öle, Fisch, Nüsse und Samen bilden den perfekten Treibstoff. Dazu liefern Gemüse, Früchte und etwas Vollkorn die ideale Ergänzung an essenziellen Stoffen.

Gesunde Fette

Fett ist nicht gleich Fett. Vermeidet auf jeden Fall Transfette und modifizierte Fette der Industrie. Fallt also nicht auf die Werbung für herzschützende Margarine rein!

Gesunde Fette stecken zB. in nativem Olivenöl, Kokosöl, Avocado(-öl), Fisch aus nachhaltigem Fang oder Biohaltung, Nüsse und Samen und gelegentlich Fleisch aus regionaler – biologischer Haltung. Diese Lebensmittel erhielten den Namen Brain Food.

Derzeit erhält unser Gehirn mehr Omega-6 Fettsäuren, die Entzündungen provozieren, als Omega-3 Fette, die vor Entzündungen schützen.
Außerdem keine Angst vor Cholesterin – greift ruhig auf Eier und Butter zu! (Hier kannst du mehr zu Cholesterin lesen)

Es ist also höchste Zeit auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung zu achten – auch wenn ihr noch keine Symptome bemerkt habt. Die Entzündungen arbeiten langsam und schleichend befallen sie unsere verschiedenen Körperbereiche.
Mit einer Umstellung der Lebensweise könnt ihr nicht nur erfolgreich vorbeugen, ihr erhaltet auch positive „Nebenwirkungen“ dazu – eine höhere Lebensqualität mit mehr Konzentration, Vitalität und Lebensfreude!

Hier kannst du nachlesen, warum ein Frühstück sehr wichtig für unsere Konzentration ist.

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